Frühjahr/Sommer 2018

Menschen mit Leseschwäche sollen auch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Das ist uns vom Spaß am Lesen Verlag wichtig. Unser Lesestoff wird genau für diese Menschen geschrieben. Die Sprache ist leicht zu verstehen, mit kurzen Sätzen und ohne schwierige Wörter. Die Themen sind interessant. Die Texte haben eine übersichtliche Gliederung. Dadurch macht das Lesen Spaß. Und was Spaß macht, macht man gerne öfter!

Unsere Jugend, unsere Zukunft

Unsere Jugend, unsere Zukunft

Die harten Zahlen kennen wir inzwischen zur Genüge: Rund 10% der Bevölkerung hat zum Teil gravierende Leseschwierigkeiten. Dabei handelt es sich vor allem um Erwachsene. Doch nur wenigen Menschen ist bewusst, dass dieser Leserückstand nicht erst im Erwachsenenalter beginnt, sondern seinen Ursprung in der Kindheit hat. Lesenlernen, das geschieht vor allem in der Grundschule – danach wird erwartet und davon ausgegangen, dass ein Kind lesen kann. Deshalb wird Lesen in der weiterführenden Schule kaum noch trainiert. Spätestens mit 12 Jahren wird das Lesen als eine erlernte Fähigkeit angesehen, die der Schüler nun einsetzt, um bestimmte Aufgaben zu bearbeiten. Genau zu dem Zeitpunkt, wenn der reine Leseunterricht nicht mehr schulisch gefördert wird, weisen Forscher die ersten Lesedefizite bei Kindern auf.

Ist das so tragisch, kann man sich fragen. Ja, das ist es! Wer nicht gut lesen kann, bekommt das täglich in unserer Gesellschaft zu spüren. Funktionaler Analphabetismus bringt eine ganze Kette von negativen Effekten mit sich. Rund 8,5 Millionen Deutsche erfahren das in ihrem Alltag: Nicht ab und zu oder in den Ferien – nein, täglich und überall. Diese Menschen stehen in unserer sprachlich hochentwickelten Gesellschaft vor schier unüberwindlichen Hindernissen. Die Folge: Sie haben immense Schwierigkeiten, einen passenden Job zu bekommen. Sie stehen vor kaum lösbaren Problemen, wenn es darum geht, allerlei gesellschaftlichen und sozialen Verpflichtungen nachzukommen: Briefe der Gemeinde, des Finanzamtes, des Stromlieferanten – für einen funktionalen Analphabeten sind diese kaum zu entschlüsseln.

Wäre es nicht wunderbar, wenn wir diese Problematik vermeiden könnten, ganz einfach dadurch, dass wir das Problem bei den Wurzeln anpacken? Durch dafür zu sorgen, dass in Zukunft kein einziges Kind als funktionaler Analphabet die Schule verlässt? Der Schlüssel zur Bekämpfung der großen Anzahl an Erwachsenen mit Leseschwierigkeiten liegt bei den Kindern und Jugendlichen: Wir müssen präventiv dafür sorgen, dass jedes Kind, ohne Ausnahme, ausreichend lesen lernt.

In einigen Ländern haben Schulen bereits damit angefangen, das Lesetraining auch in den weiterführenden Schulen fortzuführen: Ein paar Mal pro Woche liest die Klasse einfach zusammen ein Buch. Auf diese Weise bleibt das reine Lesen Teil des Stundenplans, und zwar auf eine für die Schüler angenehme Weise. Selbst Schüler, die das Lesen als mühsam und nervig empfinden, können das Lesen von Geschichten genießen und sich mit den Personen identifizieren und werden so für ihre Mühe belohnt.

Kinder und Jugendliche lesen in den ersten Jahren der weiterführenden Schule bereits auf ganz unterschiedlichen Niveaus: Während der eine ohne Schwierigkeiten in seiner Freizeit einen dicken Schmöker von 300 Seiten verschlingt, kommt ein Kind mit Leseschwierigkeiten kaum über die ersten Seiten hinaus. Darum ist es wichtig, auch bei den Büchern nicht gleich mit schwerer Kost zu beginnen. Das schreckt nur ab. Bücher in Einfacher Sprache können für viele Kinder eine offene Tür sein, um doch zu lesen. Und die Bücher eignen sich besonders gut, um zusammen in der Klasse zu lesen.

Deshalb bietet der Spaß am Lesen Verlag ab dem kommenden Monat auch Jugendbücher an. Wir richten uns mit unseren Büchern in erster Linie an die Gruppe der 12- bis 15-jährigen. Wir werden verschiedene Buchserien mit verschiedenen Themenschwerpunkten anbieten, und auf unterschiedlichen Niveaus. Wir denken, dass vor allem weiterführende Schulen hiervon profitieren werden. Halten Sie deshalb unseren Newsletter im Auge.

Jugendliche sind eine widerstrebende Zielgruppe. Lesen steht bei kaum jemandem als Freizeitbeschäftigung an erster Stelle. Das Hauptargument gegen das Lesen: Es ist zu anstrengend. Genau dort setzen wir an: Mit Büchern, die kaum Anstrengung kosten, selbst Schülern mit Leseschwierigkeiten nicht. Bücher, die zugänglich sind und neugierig machen, so dass auch die größten Zweifler letztendlich ihre Nase ins Buch stecken: Damit auch sie die magische Erfahrung machen können, wie es ist, wenn die einzelnen Striche und Buchstaben im Kopf zum Leben erweckt werden und zusammen eine Geschichte formen. 

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